Figuren

Viele Figuren der „Kessler Chroniken“ treten in mehreren Romanen auf oder werden zumindest erwähnt. Es gibt allerdings auch Figuren, die sich nur in einem einzigen Roman tummeln. Die folgende Liste enthält eine Auswahl der wichtigsten Figuren der Kessler Politik und deren Entwicklung über einen längeren Zeitraum (daher: schwacher Spoiler!).

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Kadevis

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Kadevis

Tuvar Kadevis, genannt der Schöne, geht widerwillig und auf Drängen seiner einflussreichen Adoptiveltern in die Politik. Seine ersten Schritte auf dem politischen Parkett verlaufen schmerzhaft und lassen nichts Gutes für die Zukunft ahnen. Entsprechend sieht auch seine Karriere als Ratsherr aus: uninspiriert, erfolglos und von Skandalen überschattet, denn er kann die Finger nicht von den Frauen lassen. Beim Putsch des grausamen Alleinherrscher Kimra verliert Kadevis seine gesamte Familie. Das hat für ihn allerdings den Vorteil, dass er sich als neues Familienoberhaupt aus der Politik zurückziehen und sich ganz dem Weinbau widmen kann, dem seine wahre Liebe gehört. Diese bitteren Erfahrungen und eine Heirat machen ihn schließlich ruhiger. An seinen beiden Kindern hängt sein Herz. Er möchte sie unbedingt davon abhalten, dieselben Fehler zu begehen, die er selbst einst gemacht hat – und versperrt ihnen damit den eigenen Weg.

Malkar

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Malkar

Kelven Malkar rühmt sich gleich unterschiedlicher Beinamen: Bluthund, Menschenfeind, die Geißel des Rates. Der Ratsherr ist ein skrupelloser Opportunist und exzellenter Gerichtsredner, der es meisterhaft versteht, mit den Emotionen von Menschen zu spielen, um sie zu manipulieren. Dabei arbeitet er lieber für andere, anstatt politisch selbst in der ersten Reihe zu stehen. So wechselhaft wie Kessels Schicksal ist auch seins: Grausam misshandelt von den Soldaten des Alleinherrschers Kimra, leidet er sein Leben lang unter diesem Trauma, verliert fast den Verstand, kämpft sich zurück in den Rat. Er heiratet erst spät – und merkt noch später, dass er sich in die Hände einer Frau geliefert hat, die noch talentierter darin ist, andere zu benutzen, als er selbst.

Lukial

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Lukial

Lukial, wegen seiner beeindruckenden Bassstimme Donnerhall genannt, stammt aus einfachen Verhältnissen und kämpft sich mit harter Arbeit, Kampfgeist und einer außerordentlichen Begabung für die Redekunst bis zum Kanzleramt hoch. Doch seine politische Karriere, erkauft mit zahlreichen privaten Problemen, nimmt ein tragisches Ende, als er sich gegen den Alleinherrscher Kimra stellt. Lukial ist ein Sprachgenie, dessen Texte die literarische Entwicklung in seiner Heimat prägen.

Silial

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Silial

Aufrecht, integer und wahrscheinlich eine der größten Nervensägen Kessels: Das ist Silial. Lukials jüngerer Bruder hat sich zum Ziel gemacht, Lukials Arbeit fortzusetzen. Da er einst die Urne seines Bruders unter Einsatz seines Lebens zu ihrem angestammten Platz im Ratssitz trug, hat er den Beinamen Urnenträger erhalten. Als Sohn einer Fischhändlerin und mit einer körperlichen Behinderung hat Silial es schwer, im Rat Fuß zu fassen. Seine schroffe Art, sein ausgeprägter moralischer Anspruch und seine Eigenheit, unbequeme Fragen zu stellen, machen ihm das Leben auch nicht leichter. Trotzdem ist Silial über lange Jahre hinweg jemand, mit dem man rechnen muss, ein Anwalt der Schutzbedürftigen und eine Stimme der Gerechten. Er weiß, dass für die Zukunft Kessels alle zusammenarbeiten müssen, das einfache Volk und die Mächtigen. Doch oft verzweifelt er bereits an der Aufgabe, sie zum Zuhören zu bringen.

Kimra

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Kimra

Das blutige Gespenst des Kessler Staates. Ursprünglich setzt sich der alte Feldherr nur für eine gerechte Entlohnung seiner Veteranen ein. Doch als der Rat dies über Jahre hinweg verweigert und Kimra unheilbar erkrankt, beschließt er desillusioniert und zornig, selbst für Gerechtigkeit zu sorgen. Er befiehlt seinen Truppen, den gesamten Rat niederzumetzeln, und lässt alle, die ihm sonst noch im Weg stehen, ächten und töten. Lange hält Kimras Alleinherrschaft zwar nicht vor, aber sie trifft Kessel wie ein Erdbeben und traumatisiert die Überlebenden bis in die nächste Generation.

Jeskar

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Jeskar mit Sen und Tigerfell 😉

Jeskar verdankt seine legendären militärischen Erfolge vor allem seinem ruhigen Charakter und überlegten Vorgehen. Seine Offenheit auch gegenüber anderen Kulturen, der fehlende Dünkel und dass er Zusammenarbeit jedem Blutvergießen vorzieht, machen ihn bei Freund und Feind beliebt. Nur mit dem Kessler Rat hat Jeskar massive Probleme: Weil er das Kriegshandwerk ausgerechnet unter Kimra gelernt hat, fürchten die hohen Herren und Damen, auch Jeskar könnte Lust auf einen Umsturz verspüren, und verweigern seinen Erfolgen die nötigen Ehren. Damit versenken sie jedoch den Stachel der Verbitterung tief in Jeskars Herz …

Jeskar hat auf seinen Feldzügen Jahre in der Wüste verbracht und ist dabei ein Experte für die Kultur der Sandländer geworden. Der Rat nennt ihn spöttisch Jeskar Staubtrinker; er selbst würde allerdings den Beinamen Sandtiger bevorzugen. Berüchtigt ist er nicht nur für seine Vorliebe für Nebelkraut und exotisches Essen, sondern auch für seine Lebensgefährtin, die vhaskalanische Schriftmagierin und Tänzerin Sen.

Kivan

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Kivan

Die hochintelligente, kompetente Feldherrin ist das Oberhaupt der Familie Juma und Hesvar. Mit Ehrgeiz und Perfektionismus schafft sie es bis ganz an die Spitze. Ihren Beinamen „Blitzfall“ verdankt sie ihrer legendären Schnelligkeit in der Kriegsführung. Die politische Entwicklung in ihrer Heimat verfolgt Kivan kritisch. Durch die in Kessel übliche Vetternwirtschaft sieht sie die Zukunft des Staates gefährdet und befürwortet, dass der Fähigste alle Macht in sich vereint – und wer könnte in ihren Augen fähiger sein als sie selbst? Kivan hat Schwierigkeiten, ihre Karriere und die Pflichten eines Familienoberhaupts (wie die Gründung einer eigenen Familie) miteinander zu vereinen. Auch Freundschaften und Beziehungen opfert sie ihrem militärischen Ehrgeiz.