Hintergrund

„Bloß ich kapier’s nicht. Da sind also zwei Tiefländer-Prinzen, und den einen sollen wir retten, und den anderen sollen wir töten. Warum töten wir sie nicht einfach beide?“

~ Nevis

Sanguin

Bergländer gegen Tiefländer: Furor Sanguinorum

Das Insel-Königreich Sanguin besteht aus zwei Teilen, dem Tiefland und dem Bergland, in der Mitte verläuft ein Canyon, der „Abgrund“. Zwischen beiden Teilen herrschte für Jahrhunderte Feindschaft. Während das Tiefland weltoffen und fortschrittlich ist (oder sich zumindest dafür hält), lebt das Bergland noch immer traditionell. Erst vor knapp dreißig Jahren ist es Raumond Stahlhand, einem Tiefland-Fürsten gelungen, die Mächtigen beider Gebiete im gemeinsamen Kampf gegen einen Feind von außerhalb zu vereinen. Raumond hat die Gunst der Stunde genutzt, um sich zum König von ganz Sanguin zu machen. Zusammen mit einem Rat aus fünf Fürsten (zwei Tiefländer — er ist der dritte Tiefländer — und drei Bergländer) regiert er das Land. Allerdings sind viele Bergländer mit diesem Zustand nicht einverstanden. Sie finden, die Entscheidung wurde über ihre Köpfe hinweg getroffen, und haben keine Lust, sich von einem Tiefländer-König regieren zu lassen. Das trifft natürlich erst recht auf die ehemals bedeutenden Bergland-Familien zu, die von Raumond bei der neuen Machtverteilung nicht berücksichtigt wurden. Raumonds Entscheidungen haben die traditionellen Sippenfehden im Bergland beendet, allerdings für einen hohen Preis: Der König war nicht zimperlich, wann immer es darum ging, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. So haben viele Bergländer nun das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden und nicht ihrer Tradition gemäß leben zu können. Sie würden lieber heute als morgen wieder unabhängig sein, während andere wiederum die Vorteile eines vereinten Sanguin zu schätzen wissen.

Aktuelle Situation

Kämpfender Totenbeschwörer

König Raumond Stahlhand hat zwei Söhne: Ruthard und Erkandur. Ruthard ist eine einfache, offene, liebenswürdige Natur, Erkandur mehr ein düsterer Intellektueller. Raumond hat schon immer Ruthard als seinen Nachfolger bevorzugt, aber unter Vortäuschung von Objektivität gab er beiden Söhnen die Aufgabe, einen mächtigen Feind zu besiegen. Seine Überzeugung war, dass das dem unkriegerischen Erkandur niemals gelingen würde. Doch womit niemand gerechnet hatte: Erkandur verbündete sich mit Schwarzmagiern — Totenbeschwörern — und entwickelte ein Ritual, mit dem der Tod selbst besiegt werden kann. Bei Erkandurs Rückkehr wurde Raumond Stahlhand von den Totenbeschwörern ermordet, und Erkandur krönte sich selbst zum König. Ruthard konnte mit einer Handvoll Getreuer fliehen. Nun gilt es für beide Brüder, die Unterstützung der sechs sanguinischen Fürsten zu gewinnen, denn wer sie beherrscht, beherrscht auch das Land. Während Erkandur die Tiefländer-Fürsten recht schnell auf seine Seite ziehen kann, flüchtet Ruthard ins Bergland und appelliert an die Loyalität der dortigen Fürsten. Einige Bergländer erkennen die Möglichkeit, die sich ihnen nun bietet: Ruthard braucht offensichtlich Hilfe. Wäre er bereit, als Gegenleistung für diese Hilfe dem Bergland seine Unabhängigkeit wiederzugeben, falls er König werden sollte — und wäre das überhaupt sinnvoll? Sicher ist nur: Ein verrückter König und seine Schwarzmagier dürfen das Land nicht regieren!