Song: Ich bin ein Lich

Liche*, untote Magier – das erste Mal bin ich ihnen irgendwo in der Might&Magic-Reihe begegnet. Und ich habe mich gefragt: Warum entscheidet sich eine Person, ein Lich zu werden? Ist es einfach nur das Verlangen nach mehr Macht? Aber Macht an sich ist substanzlos, und was nützt sie einem, wenn man alles, was das Leben ausmacht, dafür zurücklässt? Nein, ich war schon immer sicher, dass hinter jedem Lich eine erzählenswerte Geschichte steckt. Und die Gründe, zum Lich zu werden – oder auch nicht – spielen in vielen meiner Texte und auch in Highland Quest eine Rolle. (vgl. auch die Winterballade vom armen Xeleander)

Irgendwann möchte ich einen eigenen Blogartikel über Liche schreiben. Bis dahin: dieses Gedicht/dieser Song. Einige von euch kennen es vielleicht schon von meinem früheren Blog. Es wurde aber etwas optimiert. 🙂

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Ich bin ein Lich

Melodie: I Will Survive

Selbst als Nekromant
Hab ich den Tod gescheut,
Weil nur im Leben sich der Mensch an seiner Liebe freut.
Dann aber brachst du mir das Herz, ließt mich allein in meiner Qual,
Ich dachte um –
Und ich vollzog das Ritual.

Du bist zurück,
Du starrst mich an,
Schreist wie am Spieß, als ob man in mir nur ein Monstrum sehen kann.
Ich bin verfault, und meine Augen sind Rubin, der blutig scheint,
Und Sternenaugen hat das Monstrum, das hier vor mir steht und weint.
Geh jetzt, geh! Lass mich in Ruh!
Spar dir dein Mitleid,
Du fügst mir keinen Schmerz mehr zu.
Steckt denn in diesem Lichgefäß ein Idiot –
Du denkst, ich lieb dich noch –
Du denkst, ich wäre deshalb tot –

Nein, nicht ich! Ich bin ein Lich!
Ich trag mein Herz in einem Einmachglas, kein Schmerz behelligt mich.
Mir ist Liebe einerlei,
Und deine Macht ist hier vorbei,
Denn ich bin ein Lich,
Ich bin ein Lich!

Viele Stunden zog ich hin
Durch den Tartaros
Und spürte dabei, wie das Blut aus meinem Körper floss.
Wenn ich dir sage, dass das wehtat, ist das sicher nicht geschönt,
Doch war durch dich
Ich längst an Schlimmeres gewöhnt.

Nun stehst du da
Und heulst dich nass
Und wirfst mir das vor, was ich bin, und das, was ich vergaß.
Doch führ dich bloß nicht vor mir auf, als ob die Liebe nicht vergeht,
Denn wenn du Liebe kennen würdest, kämst du nicht so viel zu spät.
Geh jetzt, geh! Lass mich in Ruh!
Spar dir dein Mitleid,
Du fügst mir keinen Schmerz mehr zu.
Steckt denn in diesem Lichgefäß ein Idiot –
Du denkst, ich lieb dich noch –
Du denkst, ich wäre deshalb tot –

Nein, nicht ich! Ich bin ein Lich!
Ich trag mein Herz in einem Einmachglas, kein Schmerz behelligt mich.
Mir ist Liebe einerlei,
Und deine Macht ist hier vorbei,
Denn ich bin ein Lich,
Ich bin ein Lich!

Geh jetzt, geh! usw.

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* Ich spreche das Wort einfach deutsch aus und benutze auch deutsche Formen, da ganz offensichtlich eine sprachgeschichtliche Verwandtschaft mit dem deutschen Wort Leiche vorliegt. Ein weiterer Vorteil ist, dass man dann wunderbar damit reimen kann. Zudem ist eine Verwechslung mit Litschis ausgeschlossen. 😉

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